Interview mit dem 2. Vorsitzenden Nico Schlickum

Newsletter: Hallo Nico, zunächst herzlichen Glückwunsch zu deiner Wahl zum 2. Vorsitzenden der Sektion. Direkt zu Beginn deiner Amtszeit hat die Newsletter-Redaktion ein paar Fragen an dich:
Welche Ziele verknüpfst Du mit deiner Wahl zum 2. Vorsitzenden der Sektion?

Nico: Vielen Dank für die Glückwünsche. Ich denke, dass die persönlichen Ziele der Vorstandsmitglieder nachrangig sein sollten. Letztendlich muss das Wohl des Vereins gewährleistet sein und daher sollte unser gemeinsames Vereinsziel im Vordergrund stehen – also die Förderung des Bergsports und des Naturschutzes, sowie die Erweiterung der Kenntnisse über den Alpenraum und die Mittelgebirge in unserer Region. Wenn wir uns darauf besinnen, wird schnell deutlich, dass es viel zu tun gibt. Spätestens jedoch, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass der Alpenverein diese Ziele auf Basis des Ehrenamtes verfolgt, wird klar: wir brauchen vielfältige neue Ideen und Konzepte um mit den gesellschaftlichen Entwicklungen Schritt halten zu können und unsere Ziele auch zukünftig zu verfolgen.

Newsletter: Welche konkreten Ideen und Konzepte möchtest du denn gerne umsetzen?

Nico: Natürlich würde ich gerne morgen schon mit räumlichen, inhaltlichen und personenbezogenen Weiterentwicklungen starten. Ich denke aber eher, dass die erste Amtshandlung des neuen Vorstands in einer sauberen Ausgangsanalyse liegen wird. So ist der Anteil aktiver Mitglieder, gemessen an der Gesamtanzahl, eher gering. Daher ist mir wichtig herauszufinden, wer die Menschen in unserer Sektion sind und warum sie Mitglied im DAV sind. Bilden wir die, an uns gerichteten, Erwartungen mit unserem Betreuungsangebot überhaupt ab oder gibt es Nachbesserungsbedarf? Dank der guten Arbeit in der Öffentlichkeitsarbeit und mit der Neubesetzung des 1. Schriftführers verfügen wir über alle notwendigen Ressourcen um in den direkten Kontakt zu unseren Mitgliedern zu treten. Diese sind es, die über die relevanten Informationen verfügen, die wir benötigen bevor wir in einem zweiten Schritt in die Bedarfsanalyse einsteigen können. Erst wenn wir wissen wohin es unsere Mitglieder zieht, können wir ableiten, ob wir als Sektion in die richtige Richtung laufen oder an welcher Stelle wir vom Kurs abweichen. Über konkrete Maßnahmen sollten wir erst auf Basis dieser Informationen nachdenken.

Newsletter: Das klingt sehr strategisch. Ist das deine Arbeitsweise?

Nico (lacht): Ja, absolut. Mir ist wichtig, dass die Arbeit im Verein trotz aller Ehrenamtlichkeit strukturiert abläuft. Das bedeutet für mich vor allem, dass unsere Arbeit am Bedarf unserer Mitglieder orientiert ist und weniger an den Befindlichkeiten der einzelnen Verantwortlichen. Mein Eindruck ist, dass in der Vergangenheit häufiger die Personen im Mittelpunkt standen anstelle der Sache. Man verzeihe mir die Wortwahl, aber diese Vereinsmeierei ist ineffizient und letztendlich verfehlt dadurch wertvolle Motivation und Energie der handelnden Akteure ihr Ziel. Darauf habe ich keine Lust und dafür hätte ich auch einfach keine Zeit: Ich absolviere derzeit mein Masterstudium, arbeite als selbstständiger Trainer und Referent, schreibe ein Buch und engagiere mich im Verein. Darüber hinaus bin ich selber auch als Sportler noch aktiv. Das alles unter einen Hut zu bekommen funktioniert nur durch strukturiertes Arbeiten.

Newsletter: Es scheint, als wärst du ziemlich beschäftigt. Hast du denn überhaupt die notwendige Zeit für deine Aufgaben im neuen Vorstand?

Nico: Meine primäre Aufgabe als 2. Vorsitzender ist die Vertretung und Unterstützung der 1. Vorsitzenden. Wir standen schon vor der Wahl in engem Austausch und meine berufliche Situation ist bekannt. Wir sind uns einig geworden, dass wir es gemeinsam versuchen wollen. Darüber hinaus denke ich, dass es vor allem eine Frage der Motivation ist, wie viel Zeit man sich für die Vereinsarbeit nimmt – und in dem neuen Umfeld ist meine Motivation auf alle Fälle groß. Trotzdem ist mir natürlich bewusst, dass die Arbeit gerade am Anfang eine Herausforderung wird, zumal ich mit vielen Aufgaben konfrontiert sein werde, die für mich neu sind.

Newsletter: Was müsste geschehen, damit du am Ende deiner Amtszeit zufrieden mit deiner Arbeit wärst?

Nico: Ich wäre zufrieden, wenn wir in den nächsten drei Jahren die Grundsteine für einen zukunftsfähigen Verein legen könnten. Wir müssen das Tempo gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen akzeptieren und schneller handlungsfähig werden. Das bedeutet, dass wir in vielen Bereichen einfache und schnelle Evaluationsprozesse einführen müssen, um den Überblick über aktuelle Entwicklungen zu behalten. Wir benötigen dringend neue Antworten auf die Ehrenamtsfrage. Auch um hier zukunftsfähige Konzepte zu erarbeiten, braucht es Informationen und schnelle Kommunikations- und Entscheidungswege. So weit entfernt das alles vom eigentlichen Bergsport auch klingen mag – Digitalisierung, Kommunikation und Evaluationskonzepte werden sicherlich wichtige Eckpfeiler unserer Vereinsarbeit werden müssen, wenn wir auch in 20 Jahren noch als zentrale Institution für Fragen rund um den Bergsport und Naturschutz in der Region wahrgenommen werden wollen.

Newsletter: Möchtest du an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, und ein paar Worte direkt an unsere Mitglieder richten?

Nico: Zunächst möchte ich allen Aktiven, Trainer*innen und Ehrenamtlichen herzlich für ihr bisheriges Engagement danken. Ihr habt den Verein in eine sehr komfortable Situation gebracht und ich freue mich auf eine spannende gemeinsame Zeit mit euch. Gleichzeitig möchte ich alle Mitglieder dazu einladen sich mit ihren Wünschen und Anregungen direkt an uns zu wenden. Nutzen Sie unsere zahlreichen Kontaktmöglichkeiten über die Homepage, Instagram, Twitter, Facebook, per e-Mail oder bei einem Besuch im Sektionszentrum. Lassen Sie uns wissen, was Sie bewegt, welche Angebote Sie vermissen und wie Sie sich Ihr Vereinsleben in den kommenden Jahren vorstellen. Wir sind dankbar über vielseitige Anregungen und einen lebendigen Austausch mit Ihnen. Herzlichen Dank und kommen Sie gut und gesund durch den Winter.

Newsletter: Das ist ein schöner Schlusssatz. Vielen Dank für deine Zeit, unseren Leserinnen und Lesern dein Programm zu erläutern. Wir wünschen dir stets eine glückliche Hand bei der Ausführung der Tätigkeit im Sektionsvorstand.